22. Juni 2021

Resilienz: von der Raupe zum Schmetterling

Resilienz: von der Raupe zum Schmetterling

Wir alle haben das eine Pärchen im Freundeskreis, das wir schon lange bewundern: die Beziehung ist harmonisch, im Job läuft‘s auch – und nun ist sie auch noch schwanger. Ups und Downs, wie wir sie bei uns beobachten, scheint es bei den beiden einfach nicht zu geben. Aber wie machen die das bloß?

Das Zauberwort heißt Resilienz. Was vor vielen Jahren der Werkstoffkunde entsprang, mogelte sich im Laufe der Zeit in die Psychologie – und findet allmählich auch im unternehmerischen Kontext immer mehr Gehör. Aber eins nach dem anderen.

 

Was bedeutet Resilienz überhaupt?

Mit Resilienz ist die innere Widerstandsfähigkeit gemeint. Bezogen auf ihren Ursprung, der Materialkunde, verdeutlicht ein Luftballon sehr gut, was Resilienzfähigkeit bedeutet: Pusten wir ihn auf, kann er mit jeder Menge Luft gefüllt werden, ehe er zerplatzt – der Ballon hält dem Druck also bis zu einem gewissen Grad stand. Ähnlich verhält es sich mit unserer menschlichen Psyche: unser sogenanntes Immunsystem der Seele kann bis zu einem gewissen Grad Ängste, Krisen, Schicksalsschläge und Probleme schultern, bis das emotionale Fass überläuft.

 

Was bedingt unsere Resilienzfähigkeit?

Viele Faktoren entscheiden darüber, wie widerstandsfähig wir bestimmten Situationen gegenüberstehen. Drei davon sind in der Literatur aber immer wieder anzutreffen:

 

  • Unsere Genvielfalt

Die Gene sind der Bauplan unseres Körpers. Sie entscheiden darüber, welche Grundprägungen wir haben. So wie die Amygdala im Gehirn dafür zuständig ist, unser Angstlevel zu steuern.

 

  • Unsere frühkindlichen Erfahrungen

Vieles, das wir als Kind erlebt haben, prägt uns bis heute. Haben wir in der Kindheit Sicherheit oder Geborgenheit erfahren oder gab es Gefahren, vor denen wir uns in Acht nehmen mussten? All diese Eindrücke haben einen maßgeblichen Einfluss auf unsere innere Widerstandskraft.

 

  • Das Hier und Jetzt

Auch unsere jetzigen Erfahrungen beeinflussen uns maßgeblich beim Meistern von Krisen und Stresssituationen. Igeln wir uns nach unangenehmen Momenten eher ein und fallen in die Opferrolle oder gehen wir gestärkt und mit erhobenem Haupt aus diesen Situationen heraus? Geben wir unseren Denk- und Verhaltensmustern Raum und schenken ihnen Gehör, können wir sie und die dahinterliegende Motivation genauer unter die Lupe nehmen.

 

Was hat Resilienz nun mit Digitalisierung zu tun?

Auch Unternehmen können die Fähigkeit entwickeln, gewissen Widrigkeiten zu trotzen und eine Resilienz gegenüber bestimmten Gefahren zu entwickeln. Die Corona-Pandemie hat vielen Unternehmen gezeigt, wie wichtig es ist, bestimmten Situationen mit einer Wendigkeit und gewissen Leichtigkeit begegnen zu können, um handlungsfähig zu bleiben. Was mit denjenigen Unternehmen passiert, die gewisse Gefahren unter den Teppich kehren oder sie schlichtweg nicht kommen sehen, haben wir in den vergangenen eineinhalb Jahren gesehen. Doch es gibt auch eine Vielzahl von positiven Gegenbeispielen, die die Pandemie vielleicht nicht haben kommen sehen, aber der Krise mit schnellen und pfiffigen Lösungen begegnet sind.

 

Und hier kommt die digitale Resilienz ins Spiel

Es gibt viele Gefahren, die wir mehr oder weniger stark als wirkliche Bedrohung betrachten: Umweltkatastrophen nehmen stetig zu; vor Großschadensereignissen ist niemand gefeit und Pandemien haben es mächtig in sich, wie es uns die Corona-Pandemie schmerzhaft zeigte. Aber auch der Ausfall von wichtigen Mitarbeiter*innen, Rechtsstreitigkeiten oder lokale und globale Wirtschaftsereignisse können die Existenz eines jeden Unternehmens ins Taumeln bringen.

Sind wir uns hingegen bewusst, dass auch unser Unternehmen Schwachstellen hat und unvorhergesehene Dinge passieren können, sind wir sensibel und horchen auf, wenn wir Ereignissen begegnen, denen wir vorher noch nicht begegnet sind. Und in genau diesen Momenten kommt es uns zugute, wenn wir schnell und wendig sind und uns ruhig und flexibel den jeweiligen Situationen zuwenden können. Denn wir leben in einer komplexen und unplanbaren Welt, in der unangenehme Ereignisse nicht vor den Toren der Unternehmen Halt machen. Es wird also immer wieder Situationen geben, auf die wir uns einstellen müssen – privat wie beruflich.

Die Digitalisierung kommt da wie gerufen: digitale Angebote ermöglichen uns, unsere Handlungsfähigkeit aufrecht zu erhalten und dem Unplanbaren mit einer Lösung zu begegnen. Viele Unternehmen hatten zu Beginn der Pandemie große Schwierigkeiten, ihrem Personal das Arbeiten im Home-Office zu ermöglichen. Wir soll das auch schon funktionieren, wenn mehrere Mitarbeiter*innen auf ein und dieselbe Akte zugreifen müssen? Digitale Tools haben ihnen gezeigt, wie leicht sich eine digitale Resilienz aufbauen lässt: ist das Arbeiten im Office nicht möglich, erlauben digitale Anwendungen dezentral an einem anderen Ort zu arbeiten.

 

Sind wir uns über dieses wertvolle Gut bewusst, können wir auch in Zukunft Krisen und Schocks mit einer viel positiveren Grundhaltung begegnen als noch vor der Pandemie.

Jana Treptow
Jana ist Teil des Marketing-Teams und für redaktionelle Beiträge und die Betreuung des Blogs verantwortlich.

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