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8. Februar 2021

Nachhaltig digital – ein Widerspruch in sich? (Teil 1)

Nachhaltig digital – ein Widerspruch in sich? (Teil 1)

Alle reden davon, digitaler zu werden. Und davon, dass sie nun nachhaltiger leben und arbeiten. Doch Digitalisierung und Nachhaltigkeit miteinander zu verbinden, klingt eher nach einem gut gemeinten Versuch als nach einer wirkungsvollen Symbiose. Was ist also dran an dem digitalen Leben, das uns zu mehr Nachhaltigkeit verhelfen soll?

 

Ein kleiner Disclaimer am Rande:  Das Surfen durch das World Wide Web und die lustigen Videos am Frühstückstisch pusten ganz viel CO2 in unsere Atmosphäre. Allein in Deutschland verursachen wir damit so viel CO2-Emissionen wie ganz Kroatien – ungefähr 24 Tonnen CO2 pro Jahr. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Wenn wir mal wieder eine unserer Lieblingsserien streamen, muss die ja irgendwie zu uns kommen. Und der Weg von den Servern der Rechenzentren bis zu unseren Endgeräten hat es mächtig in sich: Rund 50 000 Rechenzentren gab es 2016 allein in Deutschland. Alle zusammen haben etwa zehn Terrawattstunden Energie jährlich verbraucht. Das ist hierzulande ungefähr ein Gesamtstrombedarf von zwei Prozent. Und damit lässt sich Berlin für ein ganzes Jahr mit Energie versorgen. Puuuh, das ist ganz schön viel!

Doch wie sieht es heute, rund fünf Jahre später, aus? Natürlich verbrauchen wir immer noch ziemlich viel Strom, während wir uns virtuell mit Kollegen und Kunden zu einem Meeting treffen und unsere Daten so durch die Serverlandschaft dieser Welt jagen. Dennoch gibt es einen bedeutenden Unterschied zu damals: Wir werden uns immer mehr darüber bewusst, was für ein enormer Energiefresser das Internet ist und das scheint auch in den Köpfen der Gesellschaft und unserer Politik allmählich ein Umdenken in Gang zu setzen.

Bis 2050 möchte Deutschland klimaneutral werden. Die Wirtschaft sieht da Luft nach oben. Einer Umfrage des Bitkom zu Folge strebt jedes zweite Unternehmen an, das Klimaziel bereits bis 2030 zu erreichen. Zu ambitioniert? Wohl kaum. Denn zum einen sind viele schlaue Köpfe schon seit einigen Jahren dabei, mit klugen Innovationen unsere angestrebten Umwelt- und Klimaziele zu erreichen – Fast die Hälfte davon können bereits jetzt durch digitale Technologien erzielt werden. Zum anderen hat uns besonders Corona gezeigt, dass es gar nicht so schwer ist, unsere CO2-Bilanz trotz unserer Internetnutzung in vielen Bereichen noch deutlich zu reduzieren. So haben 57 Prozent der gefragten Unternehmen im Zuge von Covid-19 kurzerhand Cloud-Lösungen in ihrem Unternehmen implementiert.

 

Cloud entpuppt sich als Treiber der Digitalisierung

Nicht erst seit der Pandemie befindet sich die Cloud auf der Überholspur. Durch sie ist es möglich geworden, Workflows, Prozesse und Dienstleistungen mobil und flexibel zu überwachen und daran zu arbeiten. Dass wir diesen einfachen und unkomplizierten Abruf unserer Daten sehr zu schätzen wissen und nicht mehr missen möchten, bestätigt auch der Cloud Monitor 2020. Laut ihm haben es sich 76 Prozent der deutschen Unternehmen bereits in der Cloud gemütlich gemacht. Auch der diesjährige Digital Office Index des Bitkom bestätigt diesen Trend: 2019 waren 87 Prozent der deutschen Unternehmen aufgeschlossen in Sachen Digitalisierung. Das ist ein Anstieg von 13 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr.

Aber auch abseits von Cloud Computing gibt es noch viel weitere digitale Lösungen, mit denen die Digitalisierung nachhaltig wirkt, weil komplexe Vorgänge, die ohne den Einsatz eines ‚Computerhirns‘ nicht möglich wären, plötzlich möglich machen. Wir sind vielleicht noch nicht angekommen an unserem Ziel, klimaneutral zu leben und zu arbeiten, aber wir sind auf einem sehr guten Weg dorthin. Mit welchen Massnahmen die Wirtschaft der Politik in Sachen Klimaneutralität zuvorkommen möchte, erfahren Sie in Teil zwei unserer Serie zum Thema Digitalisierung und Nachhaltigkeit.

Jana Treptow
Jana ist Teil des Marketing-Teams und für redaktionelle Beiträge und die Betreuung des Blogs verantwortlich.

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