5. August 2022

Digitalisierung meets Klimaschutz: Passt das zusammen? Ein Blick in die Wirtschaft

Digitalisierung meets Klimaschutz: Passt das zusammen? Ein Blick in die Wirtschaft

Wäre die Natur eine Bank, hätten wir sie längst gerettet.“ (Eduardo Galeano)

Wenn wir ehrlich sind, ist dieses Zitat ein ziemlich erschütterndes; denn Eduardo Galeano trifft den Nagel auf den Kopf. Es offenbart uns, wie wir als Gesellschaft funktionieren und worauf wir Wert legen: Geld zu haben und es zu mehren. Doch was bringt uns all das, wenn wir uns Stück für Stück die Möglichkeiten nehmen, es auszugeben und uns am Ende nur noch Schutt und Asche bleibt?

Die Corona-Pandemie hat uns ziemlich schmerzhaft gezeigt, wie stark das Klima mit unserer Gesundheit verwoben ist und, dass der Klimawandel die größte Bedrohung unserer Gesundheit darstellt. Gleichzeitig merken wir, dass unsere Sommer immer trockener werden, wir mit schier unbändigen Waldbränden zu kämpfen haben, Starkregen über Nacht ganze Ortschaften verwüstet – und nichts mehr ist, wie es mal war.

Doch wie können wir diesem Schlamassel entkommen, um Schlimmeres zu vermeiden und die Zukunft unserer Kinder und Kindeskinder nachhaltig zu schützen? Neben einem bewussteren Lebensstil tüftelt die Wirtschaft seit einiger Zeit an wirklich coolen und innovativen Lösungen, um den vereinbarten Klimazielen ein Stückchen näher zu kommen und unsere Umwelt und das Klima nachhaltiger zu gestalten. Mit Vertical Farming, Power-to-Gas oder Dünger, der CO2 bindet, sind viele zukunftsweisende Ideen im Rennen, die unser bisheriges Wirtschaften in Zukunft mächtig revolutionieren könnten.

Digitalisierung vs. Klimaschutz?

Eine just von dem Branchenverband veröffentlichte Studie zum Thema Digitalisierung und Klimaschutz 2022 in der Wirtschaft gibt einen kleinen Einblick, welchen Stellenwert Nachhaltigkeit und Klimaschutz bei den Unternehmen einnehmen und welche Maßnahmen sie ergreifen, um ihre Klimaziele in den nächsten Jahren sukzessive zu erreichen. Dabei blickt die deutsche Wirtschaft zielstrebig in die Zukunft; denn sie möchte die von der Politik angestrebten Ziele deutlich übertreffen: Entgegen dem Ziel der Bundesregierung, bis 2045 klimaneutral zu sein, strebt fast die Hälfte der Unternehmen an, bereits bis 2030 nicht mehr Treibhausgase auszustoßen, als an anderer Stelle gebunden werden können. Weitere 37 Prozent planen, ihre CO2-Emissionen bis 2040 auf Null zu schrauben.

„Deutschland muss den Verbrauch von Öl, Gas und Kohle massiv senken – nur so können der CO2-Ausstoß gesenkt, die Klimaziele erfüllt und die Abhängigkeit von Russland beendet werden. Das wird ohne eine drastisch gesteigerte Energieeffizienz mithilfe digitaler Technologien nicht gelingen“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

Auf dem Weg dorthin, verfolgt die Mehrheit der Unternehmen klare Nachhaltigkeitsstrategien, bei denen sie tatkräftig durch digitale Technologien unterstützt werden. Bei einem Viertel der Befragten sind sie für die Umsetzung ihrer Nachhaltigkeitsziele sogar entscheidend. 27 Prozent schreiben ihnen eine große Bedeutung zu. Nur für lediglich 4 Prozent haben digitale Technologien und Anwendungen eine eher geringere Bedeutung, um ihre nachhaltigen Unternehmenspläne zu verfolgen. Ganz ohne Digitalisierung die Klimaziele erreichen? Das findet jedoch keines der befragten Unternehmen realistisch.

Beweggründe für nachhaltiges Handeln sind mannigfaltig

63 Prozent der befragten Personen, die innerhalb ihres Unternehmens eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgen, tun dies, um mit ihrem Handeln das Klima zu schonen. Weitere engagieren sich nachhaltig, um mit einem guten Beispiel voranzugehen. 52 Prozent der Befragten gaben ferner an, dass sie nachhaltig agieren, um ihr Image zu verbessern. Rund ein Drittel der Unternehmen sehen in ihrem nachhaltigen Engagement eine Möglichkeit, um sich als Arbeitgeber attraktiver besser herauszustellen.

Für eine erste Einschätzung ihres CO2-Fußabdruckes, ließen sich 28 Prozent der befragten Unternehmen ihre Emissionen digital berechnen. Als ersten Beitrag zur CO2-Reduktion entschloss sich jedes dritte Unternehmen seine CO2-Emissionen zunächst zu kompensieren, bis sie einen Fahrplan für ihr nachhaltiges Handeln erstellt haben.

Rohleder empfindet die Berechnung des CO2-Fußabdrucks alles andere als trivial, denn „[d]en CO2-Fußabdruck eines Unternehmens zu berechnen, ist komplex. Unternehmen müssen dies jedoch zunehmend tun, um ihren Berichtspflichten nachzukommen. Mit einer digitalen Messung lassen sich die Emissionen verlässlich dokumentieren, das macht zielgerichtete CO2-Minderungsmaßnahmen leichter.“

Smarter Einsatz vorhandener Ressourcen

Ressourcen zu schonen und den gelebten Konsum ein wenig zu entschlacken, ist einfacher als zunächst vielleicht angenommen. Denn viele Unternehmen erlauben im Sinne der Ressourcenschonung die private Nutzung von Dienstgeräten wie Smartphones oder Laptops. „Solche einfachen Maßnahmen können Arbeitgeber schnell umsetzen und so einen unmittelbaren Beitrag für mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz leisten, weil Geräte in den Haushalten nicht doppelt angeschafft werden müssen“, betont Rohleder.

Weiterhin gehen viele Unternehmen zur Anschaffung von Refurbished-Geräten über. Anstatt neue Hardware zu kaufen, werden die ausrangierten Geräte durch gebrauchte, aber professionell aufbereitete Alternativen ausgetauscht. 6 der 10 befragten Unternehmen sehen in der Nutzung von Refurbished-Geräten einen wichtigen Beitrag, um wertvolle Ressourcen und Rohstoffe zu sparen und die Refurbed-IT deshalb als wichtiges Zukunftsthema sehen.

Digitalisierung als Chance für mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz

Mit 75 Prozent sieht die überwiegende Mehrheit der befragten Unternehmen die Digitalisierung als wichtigen Hebel, um Nachhaltigkeit und Klimaschutz in Zukunft weiter voranzutreiben. Außerdem gehen sie davon aus, dass sie ihren CO2-Ausstoß durch die Arbeit mit digitalen Technologien weiter verringern können. Nebst dem, erkennen sie darin außerdem einen Mehrwert für sich selbst: So glauben 9 von 10 Unternehmen, dass diejenigen Unternehmen zukünftig einen klaren Wettbewerbsvorteil haben, bei denen digitale Technologien zum Einsatz kommen.

Die Hälfte der Unternehmen verzichtet bereits schon jetzt weitestgehend auf Ausdrucke, um Papier zu sparen, kostbare Ressourcen zu schonen und effizienter zu arbeiten. Energieeffiziente Hardware, wie beispielsweise energiesparende Monitore, trägt bei 47 Prozent der Befragten maßgeblich dazu bei.

Digitale Technologien zeigen erste Wirkungen

Wie wirkungsvoll Digitalisierungsmaßnahmen beim Schutz des Klimas unterstützen, zeigen die Zahlen. 77 Prozent bestätigen, dass sich ihr CO2-Ausstoß mithilfe des Einsatzes von digitalen Technologien bereits erheblich reduziert hat und Cloud Computing dazu einen großen Beitrag leiste. Ebenso betonen 47 Prozent der Unternehmen das Potenzial von Videokonferenzen, um Dienstreisen und Berufspendeln zu vermeiden.

Zusammengefasst ist die Wirtschaft insgesamt sehr positiv gestimmt, mit ein paar smarten Ideen und innovativen Tools die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz in Zukunft weiter zu stärken. Natürlich entwickelt sich ein ausgeklüngelter Klimaschutzplan nicht über Nacht und im Hau-Ruck-Verfahren, sondern braucht Zeit und ein klares Konzept. Doch mit ersten kleinen Taten, wie hin und wieder von zu Hause aus zu arbeiten oder sich Refurbished-Geräte anzuschaffen, sind Unternehmen und Mitarbeiter auf dem besten Weg, das Klima, die Umwelt und den Planeten nachhaltig zu schützen.

Jana Treptow
Jana ist Teil des Marketing-Teams und für redaktionelle Beiträge und die Betreuung des Blogs verantwortlich.

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